Bodenauslaufventile mit FireSafe-Zertifizierung – was bedeutet das?
Bodenauslaufventile mit FireSafe-Zertifizierung – ein Sicherheitsplus, das den Unterschied macht
In der Chemie- und Pharmaindustrie zählt jede Sekunde, wenn es um Sicherheit geht. Besonders im Brandfall entscheidet die Zuverlässigkeit von Armaturen darüber, ob Menschen, Anlagen und Umwelt geschützt werden. FireSafe-zertifizierte Bodenauslaufventile setzen genau hier an: Sie gewährleisten selbst unter extremen thermischen Belastungen eine sichere Abdichtung und Funktionsfähigkeit. Produkte, die dieses Label, führen, wurden nach strengen Normkriterien geprüft und müssen verschiedenen Prüfszenarien mit extremen thermischen Belastungen standhalten. Doch was verbirgt sich hinter dieser Bezeichnung und welche Vorteile hat dies für den Betreiber?
Meist werden FireSafe-Ventile nicht über Gesetze einzelner Staaten gefordert, sondern häufig indirekt über Sicherheitsverordnungen, Normen und Betreiberregeln. Regulatorische Vorgaben wie die Störfallverordnung (Deutschland), NFPA (USA) oder COMAH (UK) verlangen zunehmend Maßnahmen, die Leckagen während eines Brandes verhindern – insbesondere bei brennbaren oder toxischen Medien!
Grundlage für ein Bodenauslaufventil bilden dabei die aktuellen Normen DIN EN ISO 10497:2024-04 und API 607 2022-10. Diese beschreiben ausführlich welches Messprozedere durchlaufen und welche Anforderungen das Bodenauslaufventil erfüllen muss. Temperaturverläufe, Zeiten, Drücke, Leckagen und Bedienbarkeiten sind u. a. genau definiert. Kurzum, ein Bodenauslaufventil muss einem Brand für mindestens 30 min standhalten, ohne dass innere und äußere Leckagen bzw. keine nennenswerten Leckagen auftreten. Dies ist der Zeitraum, dem die Feuerwehr verschaffen wird, um an das Brandgeschehen anzurücken und mit der Brandbekämpfung zu beginnen. Diese Anforderungen stellen sicher, dass ein Ventil nicht nur dem Feuer standhält, sondern auch nach einem Brand zuverlässig funktioniert – ein entscheidender Faktor für die sichere Entleerung von Behältern und die Wiederaufnahme des Betriebs.
Anforderungen nach DIN EN ISO 10497:2024-04 und API 607 2022-10 (Auszug)
Soll der Stand der Technik genutzt werden, ist auf die Nutzung aktueller Normen zu achten. Ältere Normen, wie bspw. der BS6755, Teil 2 (1987), erfüllen diese Standards nicht und sind zurückzogen. Aktuelle Normen für Bodenauslaufventile sind die DIN EN ISO 10497:2024-04 und API 607 2022-10. Hier werden u. a. strengere Leckagewerte und eine aktive Bedienbarkeit nach dem Brand (open-close-reclose) inklusive Leckagedefinition verlangt, welches der BS6755, Teil 2 (1987) nicht aufweist und nur ein einmaliges Öffnen (keine echte Funktionsprüfung) beschreibt.
In Abhängigkeit der angestrebten Druckstufe, bspw. PN10, sind strenge innere und äußere Leckagen während des gesamten Messzyklus einzuhalten. Beginnend mit einer Dichtheitsprüfung bei 14 bar für 5 min wird das Bodenauslaufventil vor der Brandsimulation getestet. Ist die Dichtheitsprüfung bestanden, wird das Feuer gezündet, sodass Thermoelemente und Kalorimeter an definierten Ventilstellen in kurzer Zeit mindestens 750 °C erreichen müssen. Dabei muss das Bodenauslaufventil von der „Flamme umhüllt“ sein. Dieser Zustand ist mindestens 30 min zu halten. Anschließend wird ein Löschen mit Wasser simuliert und das Bodenauslaufventil muss innerhalb von 10 min wieder die Umgebungstemperatur erreichen (Temperatursturz) – die zweite extreme thermische Belastung! Während des Brandes und Löschens liegt behälterseitig immer ein Druck von 2 bar an. Nach der Simulation des Brandes und des simulierten Feuerwehreinsatzes erfolgt ein weiterer Drucktest für 5 min bei 2 bar, um etwaige innere und äußere Leckage zu ermitteln.
Anschließend wird die Bedienbarkeit des Bodenauslaufventils getestet. Emaillierte Bodenauslaufventile sind selbstschließend, d.h. im Störfall (Energieausfall) gehen die Ventile automatisch in den geschlossenen Zustand. Um nach einem Brand das Ventil öffnen zu können, kann der pneumatische Aktuator (sofern die Druckluftversorgung noch intakt ist) oder eine lokale Bedienbarkeit (Nothandrad) genutzt werden. Die DIN EN ISO 10497:2024-04 fordert ein einmaliges Öffnen. Die API 607 2022-10 fordert zusätzlich ein weiteres Schließen, ein Drucktest bei 7,5 bar, ein weiteres Öffnen sowie einen weiteren Drucktest bei 7,5 bar. Auch während des Tests der Bedienbarkeit dürfen keine inneren und äußeren Leckagen vorliegen oder müssen innerhalb der strengen Normgrenzwerte liegen.
THALTEC PremiumValve FireSafe
Das THALETEC PremiumValve FireSafe (K192) wurde exakt nach diesen aktuellen Normen geprüft und erfüllt sämtliche Anforderungen. Ein spezieller Aufbau aus Feuerblenden, feuerfesten Isolationsmaterialien und hochtemperaturstabiler Sekundärdichtungen bilden die Grundlage zur Erfüllung der genannten Normanforderungen. Im Normalbetrieb erfolgt die Abdichtung über PTFE-Dichtungen – ideal für GMP- und FDA-regulierte Prozesse.
Das THALETEC PremiumValve FireSafe (K192) hebt sich neben der Erfüllung aktueller Normen durch weitere Besonderheiten ab. Die Ausführung als Flachsitz-Ventil vermeidet Toträume und erlaubt eine vollständige Entleerung. Überdies ist das gesamte Bodenauslaufventil elektrisch ableitfähig und mit dem bewährten sowie elektrisch ableitfähigen Email Condusist (K098) emailliert. Optional können zudem ein Lagesensor, eine Temperaturmessung (QuickTip K061) und ein CIP-Anschluss integriert werden.
- Baugrößen: DN80/50, DN100/80, DN150/100 (auf Anfrage DN200/150)
- Betriebsdruck: 1/+10 bar (PN10; PN16 auf Anfrage)
- Betriebstemperatur: 60°C/+230°C

Abbildung 2: THALETEC PremiumValve FireSafe mit integriertem QuickTip (K061) zur Temperaturmessung und einem DN25 CIP-Anschluss
Warum Betreiber auf FireSafe setzen sollten
Ein FireSafe-Bodenauslaufventil bietet nicht nur normgerechte Sicherheit, sondern auch wirtschaftliche Vorteile:
- Minimierung von Leckagerisiken
- Schutz vor Anlagenstillständen
- Erfüllung internationaler Sicherheitsstandards
- Zukunftssichere Auslegung für anspruchsvolle Prozesse
Das THALETEC PremiumValve FireSafe verbindet robuste Sicherheitstechnik mit prozessoptimiertem Design – eine Kombination, die im Ernstfall entscheidend ist.
Fazit
FireSafe-zertifizierte Bodenauslaufventile sind ein wesentlicher Bestandteil moderner Sicherheitskonzepte. Das THALETEC PremiumValve FireSafe (K192) setzt dabei neue Maßstäbe: Es erfüllt die neuesten Normen, bietet zusätzliche funktionale Vorteile und ist optimal auf die Anforderungen der Chemie- und Pharmaindustrie abgestimmt.
Für weiterführende Beratung oder ein individuelles Angebot steht das THALETEC-Team jederzeit zur Verfügung: sales@thaletec.com
